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Was ist eigentlich eine Impfung? Ein bißchen Theorie, um das Prinzip besser zu verstehen. Die einzelnen Impfungen werden bei den Tierarten beschrieben.
Aktive Impfung
Die aktive Immunisierung oder Aktivimpfung ist das, was im Allgemeinen als "Impfung" bezeichnet wird. Dem Patienten (Impfling) werden Krankheitserreger verabreicht, damit spezifische Antikörpern gegen genau diese spezielle Krankheit gebildet werden. Soweit entspricht der Vorgang der Impfung einer natürlichen Infektion. Für die Herstellung eines gut verträglichen und sicheren Impfstoffes werden die verwendeten Krankheitserreger auf verschiedene Weise abgeschwächt, abgetötet oder gentechnisch verändert. So bewirken sie zwar noch die Bildung von schützenden Antikörpern, machen aber nicht mehr krank. Die meisten Impfstoffe werden injiziert, aber es gibt auch welche, die als Nasentropfen (z.B. FIP-Impfung der Katze) oder oral (z.B. Tollwutimpfung für wilde Füchse) appliziert werden. Bis die Wirkung der Aktivimpfung vollständig ausgeprägt ist, vergeht eine gewisse Zeit. Um einen belastbaren Impfschutz zu erreichen, sind mehrere Impfungen in festgelegten Abständen notwendig. Nach Abschluß dieser sogenannten Grundimmunisierung hält die immunisierende Wirkung über einen längeren Zeitraum an. Bei Tieren liegen diese Impfintervalle je nach Krankheit und Impfstoff zwischen vier bis sechs Monaten und vier Jahren, bei Menschen hält beispielsweise eine Tetanusimpfung zehn Jahre. 

Passive Impfung
Bei der passiven Immunisierung oder Serumimpfung werden fertige Antikörper gegen spezifische Krankheitserreger verabreicht, die von Tieren (häufig Pferden) oder gentechnisch produziert werden. Der dadurch entstehende Krankheitsschutz tritt fast sofort ein, hält aber nur eine sehr begrenzte Zeit, meist wenige Wochen. (Innerhalb dieser Zeit kann eine aktive Immunisierung nicht durchgeführt werden, da die Antikörper aus dem Serum die veränderten Krankheitserreger neutralisieren würden, noch bevor die Bildung körpereigener Antikörper stattfinden kann.) Serum wird meistens gespritzt, kann aber auch oral, nasal oder in Form von Augentropfen appliziert werden.

Antigen
So wird der Krankheitserreger genannt, der durch spezifische Antikörper inaktiviert werden kann. Die meisten für Impfstoffe relevanten Antigene
sind Viren.

Antikörper
Antikörper werden von Tieren und Menschen gebildet, um sich ganz gezielt vor spezifischen Krankheitserregern zu schützen. Jeder Antikörper paßt zu dem Antigen genannten Krankheitserreger wie ein Schlüssel zum Schloß und macht ihn unschädlich. Spezifische Antikörper werden nach der aktiven Impfung gebildet oder mit Passivserum verabreicht. Ihre Lebensdauer entscheidet über die Dauer der Immunisierung.
(Antikörper werden übrigens auch für bestimmte Diagnoseverfahren genutzt.)

Grundimmunisierung
Bei der aktiven Immunisierung sind mehrere Impfstoffapplikationen in festgelegten Abständen erforderlich, um einen belastbaren Impfschutz zu erzielen. Nach dieser Grundimmunisierung halten regelmäßige Auffrischungsimpfungen in bestimmten Intervallen den Impfschutz aufrecht.

Zoonose
Als Zoonosen bezeichnet man Krankheiten, die zwischen Mensch und Tier übertragbar sind. Die Impfung von Tieren gegen zoonotische Krankheitserreger dient also dem Gesundheitsschutz des Menschen. Die wichtigste Krankheit ist in diesem Zusammenhang die Tollwut, aber auch Leptospirose, Encephalitozoonose (Nosematose), Echinokokkose (Fuchsbandwurm) und andere können für Menschen gefährlich sein.

Tollwut
Für die für Menschen tödliche Tollwut gibt es besondere, strenge gesetzliche Vorschriften. In ausgewiesenen Tollwutsperrgebieten (z.B. der Großraum Heidelberg) dürfen nur geimpfte Tiere frei umherlaufen. Ungeimpfte Tiere werden bei Tollwutansteckungsverdacht ebenso wie bei Tollwuterkrankungsverdacht auf Anordnung des Amtstierarztes getötet.
Eine Behandlung ist nicht möglich; außerdem sind Behandlungsversuche gesetzlich verboten.
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